Ventrikel-Septumdefekt
Ein Ventrikel-Septumdefekt (VSD) ist der häufigste angeborene Herzfehler. Dieser Herzfehler wird vereinfacht oft als „Loch im Herzen“ beschrieben.
Genauer gesagt bedeutet dieser Herzfehler einen Defekt (ein Loch) in der Trennwand zwischen den beiden Herz-Hauptkammern. Die Hauptkammern des Herzens werden als Ventrikel bezeichnet und das Herz wird von einer linken und einer rechte Herzkammer gebildet. Dazwischen befindet sich die Kammerscheidewand, auch als Ventrikelseptum bezeichnet.
Es handelt sich bei diesem Herzfehler also um eine angeborene Lücke im Ventrikelseptum = Ventrikel-Septumdefekt.
Bei vielen Kindern mit kleinen „Löchern“ im Herzen kann sich der Ventrikel-Septumdefekt im Verlauf der ersten Lebensjahre von alleine verschließen oder sehr klein werden, so das im Verlauf des Lebens nie eine Behandlung notwendig wird. Diese kleinen VSDs werden häufig als Zufallsbefund bei einer Untersuchung beim Kinderarzt oder Kinderkardiologen gefunden.
Größere Lücken in der Scheidewand führen zu einem fehlerhaften Blutfluss aus dem linken in den rechten Ventrikel und belastet somit beide Herzkammern sowie die Blutbahn in der Lunge. Dadurch führt der Herzfehler im Verlauf zu Herzschwäche, häufigen Infekten der Lunge und Entwicklungsverzögerungen der Kinder.
Größere Defekte können bereits in den ersten Lebenswochen zu Zeichen einer erheblichen Herzschwäche (Herzinsuffizienz) führen, die frühzeitig medikamentös behandelt werden muss. Im weiteren Verlauf der ersten Lebensmonate brauchen diese Kinder einen operativen oder katheter-interventionellen Eingriff.
Operativ (am offenen Herzen - unter Einsatz der Herz-Lungen-Maschine) näht der Chirurg einen Flicken über das Loch. Im Katheterlabor kann in einzelnen Fällen über die Leiste ein Schirmchen in den Defekt implantiert werden, ohne den aufwändigen Eingriff an der Herz-Lungen-Maschine.
Nach einem Eingriff können die allermeisten Patienten ein unbelastetes und körperlich aktives Leben ohne kardiale Restprobleme führen. Weitere Kontrollen sind allerdings wichtig, da sich auch nach erfolgreicher Behandlung Restprobleme insbesondere auch in Form von Herzrhythmusstörungen entwickeln können.


Für Kinder einfach erklärt...
Stell dir vor, dein Herz ist wie ein Haus mit zwei Hauptzimmern, die nebeneinander liegen. Normalerweise gibt es eine feste Wand zwischen diesen beiden Zimmern, die sicherstellt, dass alles, was in einem Zimmer ist, nicht ins andere gelangt. Manche Kinder werden jedoch mit einem kleinen Loch in dieser Wand geboren. Das nennt man ein „Loch im Herzen“ oder auf eine sehr komplizierte Art "Ventrikelseptumdefekt". Es ist wie eine kleine Tür, die eigentlich nicht da sein sollte und durch die Dinge von einem Zimmer ins andere gelangen können.
Wenn Blut von einem Zimmer ins andere fließen kann, anstatt den normalen Weg zu nehmen, muss das Herz härter arbeiten, besonders das Zimmer, das das Blut wieder in den Körper pumpt. Das kann dazu führen, dass das Herz müde wird und nicht so gut arbeiten kann, wie es sollte. Manchmal bekommen Kinder dadurch auch leichter Husten oder erkälten sich schneller.
Das Gute ist, dass bei vielen Kindern dieses Loch mit der Zeit von alleine kleiner wird oder sogar ganz verschwindet, ohne dass sie behandelt werden müssen. Wenn ein Herzarzt so ein kleines Loch findet, während er das Herz untersucht, ist das oft eine Überraschung, weil es keine Probleme verursacht hat.
Wenn das Loch aber groß ist, kann das Herz schon sehr früh Probleme bekommen und die Ärzte müssen dann helfen. Manchmal geben sie Medizin, die dem Herzen hilft und manchmal, wenn das Loch wirklich groß ist, müssen sie sogar eine kleine Operation machen. Bei der Operation kann der Doktor einen speziellen Flicken über das Loch nähen, damit es geschlossen ist und das Herz wieder normal arbeiten kann. In manchen Fällen können die Ärzte auch ohne eine große Operation durch eine kleine Röhre, die sie durch die Haut schieben, ein spezielles Schirmchen in das Herz setzen, das das Loch abdeckt.



